Der alljährliche Medical day fand in Olten statt. Peter Lüthi präsentierte im Vorfeld einen Zusammenschnitt unserer Silber-Nati. Schöne und emotionale Momente! Nebst den verbandsärztlichen Informationen und Richtlinien wurden in einem zweiten Teil Kurzreferate abgehalten. Alex und ich haben über die physische Leistungsentwicklung im schweizer Eishockey gesprochen und Local Position Measurement als taktisches Tool im Spielsport vorgestellt.

Ein Genfer Arzt berichtete über den Verletzungsverlauf der Spieler. Interessante Zahlen sind veranschaulicht worden. Beispielsweise ist der Oktober ein sogenannter “ Verletzungsmonat“ im Eishockey. Wie kann man das verhindern? Genf hat letzte Saison nebst anderen physischen Massnahmen wieder Exzentrikblöcke ins Sommertraining eingeschoben, um die Athleten optimal auf das Eis vorzubereiten Ich persönlich bin überzeugt, dass Exzentriktraining verletzungspräveniv wirkt, das zeigen auch diverse Studien (publizierte Studien).

Wir arbeiten mit unseren Athleten regelmässig im exzentrischen Kraftbereich und hatten bis Anhin ausschliesslich positive Erfahrungen und auch wenig bis keine Verletzungen auf dem Eis. Erstaunlich waren die langen Ausfälle und die hohen Folgekosten. Hirnerschütterungen haben eine Heilungszeit von 7- 30 Tagen oder mehr. Noch länger fallen all die Spieler mit Gelenksverletzungen (Sprains) aus. Knie- und Schulterverletzungen sind die häufigsten. Manchmal fallen Athleten die ganze Saison aus. Ziel muss es sein, weniger Verletzungen zu provozieren. Konditionstraining ist aber lediglich eine Massnahme von vielen!

Dr. Büsser zeigte die Resultate der „concussion Task force“ auf. Erfreulicherweise absolvierten alle Nat A,  Nat B und Elite- Spieler bis heute einen Baseline- Test. Bis 18 Jahre sollten die Athleten alle 1-2 Jahre einen solchen durchführen, um die Baseline immer wieder zu aktualisieren. Später verändert sich das Gehirn nicht mehr in so hohem Ausmass und es reicht,  2x in 10- 15 Jahren eine Baseline zu erstellen. Büsser wies nochmals darauf hin, dass Hirnerschütterungen ein eigenes Krankheitsbild als Spätfolge aufzeigen. Fazit: Es ist eminent wichtig, diese möglichst zu verhindern. Kommt es trotzdem vor, muss sofort richtig reagiert werden! Wir haben in einem unserer Artikel bereits über die korrekten Massnahmen berichtet.

Ventolin und seine anabole Wirkung war ebenfalls Thema. Dr. Villiger erklärte, dass bei zu hohen Dosen das Medikament anabol wirkt und der Athlet möglicherweise positiv getestet und somit gesperrt wird. Die Athleten dürfen keine Inhalation während der 2. Drittelspause oder nach Spielende tätigen. Ventolin ist heute nicht mehr auf der Dopingliste. Nichts desto trotz müssen die Dosen eingehalten werden! Bricanyl hingegen fordert einen ATZ! Also aufgepasst bei Beta-2-Sympathomimetika.

Im letzten Referat lernten wir, wie man bei einem Zahnnotfall korrekt handelt. Unbedingt alle Zahnfragmente zusammen sammeln und möglichst in eine sos-Zahnbox legen (in Apotheken erhältlich). Die Wurzeln dürfen nicht berührt werden. Gibt es keine Zahnbox oder NaCl- Lösung kann man die Fragmente in kalte UHT- Milch einlegen. Der Zahnarzt muss unbedingt in den nächsten Stunden aufgesucht werden.

Die Referate werden übrigens bald auf der Website von der SIHA aufgeschaltet (Medical corner).