Was können Eishockeyspieler von Leichtathleten lernen?

Die Königin der Schnelligkeit und der Schnellkraft ist zweifellos die Leichtathletik. Spielsportarten werden immer wie schneller und fordern noch mehr Schnellkraft. Sprinter verfügen über eine ausgezeichnete, hintere Oberschenkelmuskulatur. Diese spielt  auch bei einem Eishockeyspieler eine zentrale Rolle; man denke an die vielen Antritte.

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Die sogenannten Hamstrings sind weder in der Leichtathletik noch im Eishockey besonders einfach zu trainieren. Isolierte Maschinen sind nicht sehr sinnvoll und nicht sportartspezifisch. Viel besser sind Übungen, wo man gleichzeitig auch die Hüftstreckung trainiert.

Adrian Rothenbühler, ehemaliger Nationaltrainer Mehrkampf, hat uns eine interessante Trainingsmethode gezeigt. Diese stammt ursprünglich von Valerij Bauer (Landestrainer Sprint im Württembergischen Leichtathletik-Verband). Adrian hat sie etwas modifiziert. Ziel ist es, durch

bessere Kraft und verbesserte neuronale Ansteuerung der Hamstrings, schneller zu werden.

Dank der „kraftgymnastischen“ Zusammensetzung der Übungen erhoffen wir uns zusätzlich einen verletzungsprophylaktischen Nutzen. Ich habe die Übungen selber ausprobiert- Muskelkater garantiert! Wir sind an einem sechswöchigen Trainingszyklus mit unseren Eishockeyspielern und tüfteln etwas herum.

Das Programm sieht wie folgt aus: Lediglich 2 verschiedene Übungen und eine kombinierte Übung prägen das Kurztraining. In einer ersten Phase werden nur 8 Wiederholungen gemacht und dann kontinuierlich gesteigert. Das Training erfolgt 2x in der Woche. Bei der ersten Übung muss auf der Ferse gehüpft werden und bei der zweiten Übung zieht man sich über die Ferse aktiv nach vorne. Ist schwieriger als es aussieht. Wichtig ist die konstante Hüftstreckung!

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Hier eine Impression der ersten Einheit. Sebastien Hostettler, selber sehr sprintstark und flink, versucht sich beim spezifischen Kraftzirkel.
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Wir danken Adi Rothenbühler für den Input und versuchen es nun mit Pionierarbeit im Eishockey. Zryd&Reinhard sind offen für neue Ideen. Diese erachten wir als sinnvoll und effizient. Ansonsten sind wir bei Trends eher vorsichtig und kritisch, da sie oft nicht für den Spitzensport geeignet sind und eher im Fitnessbereich angesiedelt werden müssen. Dort erfüllen sie aber durchaus ihren Zweck.